Sonntag, 21. April 2013

BUDDHISMUS - RELIGION ODER PHILOSOPHIE?

Immer wieder taucht diese Frage auf. Die Formulierung, das ihr innewohnende Entweder-Oder, hat eine gewisse Suggestivkraft, von der ich mich nicht leiten lassen will. Dazu kommt, dass es verschiedene Ebenen der Antwort gibt. Eine möglichst sachliche, objektive Antwort sieht anders aus als eine persönliche.

Ich beginne auf der rationalen Ebene. Die Suggestion des Entweder-Oder durchbrechend scheinen mir folgende beiden Antwortmöglichkeiten als vernünftig:

a) Der Buddhismus ist weder Religion noch Philosophie, weil er sich auf keines von beiden beschränken lässt.

b) Der Buddhismus ist sowohl Philosophie als auch Religion. Und er ist gleichzeitig mehr als das, denn er lässt sich auf diese Bereiche nicht beschränken.

An dieser Stelle ließe es sich ausführlich diskutieren. Auf philosophischer, religionswissenschaftlicher, philologischer, historischer Ebene. Und auf zahlreichen anderen mehr... Es ließen sich Bücher, ja sogar Bibliotheken mit pro und contra-Argumenten füllen. Ich fühle mich zu diesem Diskurs jedoch nicht berufen. Ich setze lieber auf der persönlichen Ebene fort:

c) Der Buddhismus ist MEDIZIN, das ist MEINE PERSÖNLICHE REALITÄT. Für mich erweist sich die Praxis, das gesamte "Paket" aus Meditation, heilsamen Klängen / Zeremonien, Quigong, Gongfu, angewandter Lebensphilosophie und der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten als heilsam für Körper, Geist und Seele (soll heissen für mein gesamtes Sein). Ich spüre, dass ich wachse, dass ich gesünder und stärker werde, dass ich an Lebenskraft und Lebensfreude gewinne. Dass es mir besser gelingt, meine persönlichen Beziehungen zu gestalten, mit Konflikten umzugehen, Ruhe zu bewahren auch wenn ich mich in äußerlich stressigen Situationen befinde. Ich spüre einen positiven Transformationsprozess. Deshalb ist für mich persönlich der Buddhismus zuallererst Medizin. Heilung passiert hier und jetzt.